Ein paar Gedanken zum (monetären) Austausch

 

Für mich ist das Thema Geld schon seit jeher ein Spezielles. Einerseits bin ich als Kind einer normalen Mittelstandsfamilie ohne großen Wohlstand und in dem Wissen aufgewachsen, dass man für Geld arbeiten muss. Und dass es - sofern es fehlt -  das Gefühl von Glück und Erfüllung verhindern kann. Andererseits hat es mir nie wirklich an Geld gemangelt und wann immer es einmal finanziell brenzlig wurde, kam aus irgendeiner Richtung unverhofft die "Rettung". Irgendwie nicht verwunderlich, dass Geld daher bis heute keine besondere Rolle in meinem Leben spielt und mir - Idealistin wie ich bin - das Wohl des Einzelnen und die Gemeinschaft stets wichtiger war als persönlichen Reichtum anzuhäufen. 

 

Ich bin dankbar über dieses unbelastete Verhältnis zum Thema Geld - und dafür, mich so geschützt zu fühlen. Im vollen Bewusstsein darüber, dass das nicht jeder so erleben durfte. Ich gehe davon aus, dass Zeiten auf uns zukommen, in denen sich für so viele von uns das Thema Geld und Knappheit noch einmal verschärfen wird. Vermutlich wird es dann auch "Glückskindern" wie mir immer wieder mulmig werden. Es könnte gleichzeitig eine Zeit werden, in denen die persönlichen Herausforderungen noch wachsen - und somit Begleiterinnen wie ich eine noch größere Rolle spielen, damit wir als Gemeinschaft trotzdem nicht den Mut verlieren, Zusammenhalt und Zuversicht spüren können. Und psychisch unbelastet in eine bessere Zeit gehen. Eine Zeit, in der - wenn Sie mich fragen - nicht mehr das Geld die Welt regieren wird, sondern Beziehungen und Verbundenheit.

 

Ich möchte mit gutem Beispiel voran gehen und meine Türen für jeden und jede öffnen, der oder die motiviert ist, an sich zu arbeiten - unabhängig davon, ob die finanziellen Mittel vorhanden sind oder nicht. Jedenfalls wenn er oder sie den Eindruck hat, dass ich dabei eine gute Unterstützung sein könnte. Das soll nicht suggerieren, dass meine Arbeit keinen Wert hat. Ganz im Gegenteil! Vielleicht gibt es einen Teil in mir, dem die menschliche Verbindung, das gegenseitige Unterstützen und das (auch im professionellen Kontext) füreinander da sein viel zu wertvoll ist, als dass man es mit Geld aufwiegen könnte. Dass aber eine Form von Austausch stattfindet, ist mir wichtig, denn ich möchte, dass Sie den Wert unserer gemeinsamen Arbeit würdigen und somit der Grad von Verbindlichkeit entsteht, der für eine fruchtbare Zusammenarbeit notwendig ist

 

Was bedeutet das konkret für Sie? Ich arbeite nach dem "give what you want"-Prinzip. Wenn Sie meine Leistung mit Geld bezahlen wollen, tun Sie das gern. Ich gebe Ihnen Orientierung mithilfe der Werte, mit denen ich meine Leistungen beziffere (die genannten Werte verstehen sich inkl. Mwst.). Können Sie die vorgeschlagenen Werte in Ihrer aktuellen Lebenssituation nicht oder nur zum Teil aufbringen, sprechen Sie mich bitte an! Wir finden sicher eine Lösung, in welcher Form der Austausch für uns beide stimmig ist. Natürlich darf das Prinzip auch in die andere Richtung angewendet werden: Sollte Ihnen meine Arbeit mehr Wert sein, als von mir beziffert, dürfen Sie auch einen höheren Austauschwert vorschlagen. In dem Fall betrachte ich Ihre Bezahlung als Investition in einen Mitmenschen, der er sich aktuell nicht leisten kann, meine Unterstützung mit einem monetären Ausgleich zu entgegnen. 

Von diesem Prinzip ausgeschlossen sind selbstverständlich alle Leistungen, für die ich Geld in die Hand nehmen muss, um sie zu erhalten. Dazu zählt z.B. die Potentialanalyse, für deren Durchführung mir Kosten entstehen.